Es ermöglicht „gleitendes“, also stufenlos scharfes Sehen in Nah-, Zwischen- und Fernbereich und kompromisslosen Sehkomfort für Altersweitsichtige.

Ein Gleitsichtglas korrigiert gleichzeitig Kurz- oder Weit- und Alterssichtigkeit und bietet dem Träger auch in allen Zwischendistanzen scharfe Sicht. Dabei sind die Gläser so gearbeitet, dass sie keine sichtbare Kante im Glas haben. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Der Trage- und Sehkomfort ist deutlich höher und zudem bietet die Brille ungehinderte Sicht auf die Augen. Das sieht deutlich ästhetischer aus.

Was ist eine Gleitsichtbrille?

Eine Gleitsichtbrille vereint mehrere Sehlösungen in einem Brillenglas. Sie korrigiert die Fehlsichtigkeit und gewährt dem Brillenträger auf alle Distanzen scharfe Sicht. Im Unterschied zur Mehrstärkenbrille geht die Korrektur dabei jedoch stufenweise oder eben "gleitend" von oben nach unten von der Fern- in die Nahsicht über. Da die unterschiedlichen Sehbereiche fließend ineinander greifen, sieht man dem Träger einer Gleitsichtbrille nicht an, dass er Unterstützung beim Nahsehen braucht. Für viele Fehlsichtige ist das ein zusätzlicher Grund, sich für eine Gleitsichtbrille zu entscheiden: Sieht sie doch genauso aus wie eine Einstärkenbrille.

Der obere Teil des Glases dient der Fernsicht und der schmale Abschnitt zwischen beiden - der sogenannte Übergangsbereich - sorgt für klares Sehen bei allen Zwischenentfernungen, wie etwa beim Blick auf das Armaturenbrett während des Autofahrens. Im unteren Drittel befindet sich der Bereich für die Nähe, wie das Lesen. Eine Gleitsichtbrille darf keine zu schmalen bzw. kleinen Gläser haben, sonst werden die verschiedenen Sehzonen zu klein. Darauf sollte schon bei der Wahl der Fassung geachtet werden.

 

Gleitsichtbrille auch am Computer?

Wer täglich am Bildschirm arbeitet, weiß dass man nicht nur die Tastatur und die Dokumente auf dem Tisch scharf sehen sollte, sondern auch Bilder, Texte und Grafiken auf dem Monitor. Dies sollte alles entspannt und in gewohnter Haltung sein. In der Regel befindet sich der Monitor zwischen 70 und 90 Zentimeter von den Augen entfernt, dies ist der Sehbereich der bei Gleitsichtbrillen etwas eingeschränkt ist. Hier kann es bei der Arbeit zu Beschwerden führen, wie Kopf- und Nackenschmerzen durch die falsche Körperhaltung.  Wer also viel Bildschirmarbeit oder Arbeit im Zwischenbereich hat sollte sich zusätzlich eine Nahkomfort- bzw. Bildschirmarbeitsplatzbrille zulegen.

Gleitsichtgläser und ihre Qualität beim Sehen

Wer sich für eine Gleitsichtbrille entscheidet, kann heute –
grob gesagt – zwischen drei Glas-Kategorien wählen:
  1. Konventionelles Gleitsichtglas: Hier ist der nutzbare Sehbereich am kleinsten. Das bedeutet reduzierter Sehkomfort und eine längere Eingewöhnungszeit.
  2. Optimiertes Gleitsichtglas: Alle Sehbereiche sind gut nutzbar und verfügen über große Sehfelder. Das bedeutet guten Sehkomfort und eine hohe Spontanverträglichkeit.
  3. Individuelles Gleitsichtglas: Sie sind die Königsklasse unter den Gleitsichtgläsern und sehr aufwändig in Entwicklung, Design und Fertigung. Der Vorteil: Mit solchen individuell angefertigten Gleitsichtgläsern erzielt der Brillenträger ein Maximum an optischer Abbildungsqualität und Sehkomfort. Eine solche Maßanfertigung ist deshalb gerechtfertigt, weil jeder Mensch anders sieht – sogar eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Augen und somit unterschiedliche Seheindrücke.

Fotos: Rodenstock